REIFENLEXIKON

Ein Reifen ist vom Aufbau her ein sogenannter Verbundwerkstoff, der aus einer komplexen Verbindung verschiedener Rohstoffe wie natürlichem und synthetischem Kautschuk, Stahl, Textilfasern, etc. besteht. Obwohl man vom Aussehen her meinen könnte, es handle sich um ein „einfaches“ Objekt - rund, schwarz und hohl - ist es in Wirklichkeit ein hochtechnologisches Produkt, Ergebnis unzähliger Investitionen in F&E (Forschung und Entwicklung).

 

 

1. Laufstreifen und Profil

2. Reifenflanken

3. Wulstkern

4. Karkassenlagen

5. Gürtel-Verband

6. Innenschicht/(Inner-)Liner

 

 

 

 

 

 

 

Laufstreifen und Profil

 

Die Lauffläche bildet den einzigen Kontaktpunkt  des Reifens des Fahrzeugs mit der Fahrbahn. Sie muss daher resistent gegen Verschleiß und Reibung sein und auf allen Bodenarten haften. Für einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch sollte sie auch einen geringen Rollwiderstand aufweisen. Das Profil der Lauffläche variiert je nach Art und Verwendung (z. B. Winterreifen gegenüber Sommerreifen) sowie der Marke des Reifens. Die Form des Profils kann symmetrisch, asymmetrisch und/oder laufrichtungsgebunden sein, wodurch der Reifen jeweils andere Eigenschaften  erhält. Das Profil weist mit der Zeit Verschleißerscheinungen auf und die Mindestprofiltiefe liegt in Deutschland bei 1,6 mm der Hauptrillen. Darum ist es wichtig, regelmäßig den Zustand der Reifen sowie den Reifendruck zu überprüfen: ein guter Reifen muss genügend Profil und genügend Druck aufweisen. Ihre Sicherheit und die Ihrer Mitfahrer hängt davon ab!

Reifenflanken

 

Die aus weichem Gummi gefertigte Reifenflanke ist die Seitenwand des Reifens, die sich während der Fahrt verformt. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Erschütterungen und Stöße aufzufangen. Die Flanke ist auch der Bereich, auf dem alle Kennzeichnungen des Reifens angegeben sind.

Wulstkern

Der Wulstkern befindet sich im Inneren der Reifenwulst und verleiht ihr die nötige Stabilität, um den Reifen auf der Felge zu halten. Er besteht aus Drahtkabeln, die aus Stahldraht gefertigt sind.

 

Karkassenlagen

Die Karkassenlagen bestehen aus Gewebeschichten, die im Gummi eingebettet sind und dem Reifen Festigkeit verleihen. Sie sind äußerst druckbeständig und bilden ein Schlüsselelement der Reifenstruktur.

 

Gürtel-Verband

Der Gürtel über der Karkasse besteht aus mehreren Lagen verdrillter Stahl- und Nylondrähte, die ein Gewebe bilden, das gleichzeitig sehr fest und dennoch flexibel sein muss. Diese Gürtellagen spielen eine komplexe Rolle in der Zusammensetzung des Reifens und ihr perfekter Zusammenhalt ist daher unentbehrlich für die Herstellung. 

 

Innenschicht/(Inner-)Liner

Die Innenschicht oder Innerliner besteht aus einer luftundurchlässigen Gummischicht, die auf die Karkasse aufgetragen wird und bei schlauchlosen Reifen für die luftdichte Abdichtung des Innenraums sorgt. Natürlich geht trotz der Abdichtung immer etwas Luft verloren. Darum ist es ratsam, einmal im Monat und vor längeren Fahrten den Luftdruck zu überprüfen.